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Ortsgeschichte: Kreuzplatz

Die Geschichte des Kreuzplatzes mit dem Hasenbrunnen

Im 15. Jh. hatte sich in Westerkappeln innerhalb einer typischen westfälischen Streusiedlung ein geschlossener Ortskern gebildet. Dieser bestand zunächst nur aus der heutigen Großen Straße, Bahnhofstraße und Kreuzstraße. Der Einmündungsbereich der drei Straßen war der Ortsmittelpunkt und galt als Platz. Es ist nicht bekannt, wann die Bezeichnung "Kreuzplatz" entstanden ist. Der Name "Kreuzplatz" war jedoch in der Bevölkerung so verwurzelt, dass im 19. Jh. ein Schild "Kreuzplatz" angebracht wurde, obwohl eine allgemeine Straßenbezeichnung noch nicht eingeführt worden war. Als dies 1954 geschah, entfernte man das Schild "Kreuzplatz". Die Westerkappelner blieben davon unbeeindruckt. In der Umgangssprache heißt er nach wie vor "Kreuzplatz".

Der 15. Juni 1779 wurde zum Schicksalstag des Kreuzplatzes. An diesem Tage brach dort der größte Brand in der Geschichte Westerkappelns aus. Ein Schmied hatte beim Hantieren mit einem Vorderladergewehr einen Schuss ausgelöst, der die Schmiede und 28 weitere Häuser entflammte. Begünstigt wurde das Feuer durch die Fachwerkbauweise mit den strohgedeckten Häusern. Außer der Kirche gab es damals in Westerkappeln keine Steinhäuser. Dank der finanziellen Unterstützung des Königs von Preußen, der zweimal 3000 Taler und Bauholz aus den staatlichen Forsten zur Verfügung stellte, konnten bereits im November 1779 die ersten Häuser wieder hergerichtet werden.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg gründete Graf Mauritz von Tecklenburg (1615-1674) in der Grafschaft Tecklenburg die Hausleinenindustrie. Durch den vermehrten Anbau und die in Heimarbeit vorgenommene Weiterverarbeitung von Hanf und Flachs entwickelte sich schon bald ein reger Handel mit Leinen. Überall klapperten in den Stuben der Bauern und Heuerleute die Webstühle. 1828 wurden in Westerkappeln 733 Webstühle gezählt. Oft wurden an den Wohnhäusern kleine Anbauten errichtet, in denen man die Webstühle aufstellte. Auch am Kreuzplatz befanden sich Häuser mit solchen Anbauten. Die Leinenindustrie wurde jedoch schon 1859 wieder eingestellt.

Fachwerkhaus Tonscherben Tonscherben

 

Das Bild links zeigt die Nordseite des Kreuzplatzes im Jahre 1932. Das Haus wurde in den siebziger Jahren des
20. Jahrhunderts abgebrochen. Nach einem Entwurf (Bild oben Mitte) von Heinrich Brummack, Professor an der Fachhochschule Münster im Fachbereich Kunst und Design, Plastisches Gestalten, entstand 2003 die Brunnenanlage der "Goldene Blumenhase", im Bild rechts oben vor einem Fachwerkgiebel im Hintergrund.